Schon unsere Hinfahrt nach Hamont fühlte sich besonders an. Während draußen langsam die Sonne über den Straßen aufging, wurde im Bus noch geschlafen, gelacht, Musik gehört und die letzten Geschichten erzählt.

Dieses besondere Kribbeln lag von Anfang an in der Luft, eine Mischung aus Vorfreude, Nervosität und dem Gefühl, dass dieses Wochenende etwas ganz Besonderes werden würde.


Mit jedem Kilometer stieg die Spannung. Als wir schließlich in Hamont ankamen, fühlte es sich für viele sofort wie ein kleines Nachhausekommen an. Bekannte Gesichter begrüßten uns herzlich, überall hörte man vertraute Stimmen und zwischen Instrumentenkoffern, Uniformtaschen und Luftmatratzen entstand sofort dieses einzigartige Gemeinschaftsgefühl, das man nur auf solchen Fahrten erlebt. Genau diese Momente sind es, die unseren Verein ausmachen.


Doch viel Zeit zum Ankommen blieb nicht, denn es wartete bereits das erste große Highlight auf uns: das internationale Tattoo. Dort durften wir unsere neue Show „Classical Fusion“ zum allerersten Mal vor internationalem Publikum präsentieren.


Als wir den Marktplatz betraten und die voll besetzten Tribünen sahen, wurde plötzlich allen bewusst: Jetzt zählt jeder Schritt, jeder Ton, jede Bewegung. Wochen und Monate voller Proben, Wiederholungen und harter Arbeit führten genau zu diesem Moment — unserem ersten großen Showauftritt.


Unsere Nervosität war riesig. Doch mit den ersten Tönen fiel unsere Anspannung langsam ab. Die Musik trug uns über den gesamten Platz, die Formationen liefen und plötzlich fühlte sich alles leicht an. Das Publikum klatschte begeistert mit, bekannte Gesichter jubelten uns zu und die Energie auf dem Platz war einfach unbeschreiblich. Mit einigen Freudentränen verließen wir das Feld, mit einem guten Gefühl für die Wertung am kommenden Tag.


Der restliche Abend wurde gemeinsam verbracht, mit Gesprächen, neuen Bekanntschaften, viel Lachen, etwas Bewegung und diesem unbeschreiblichen Gefühl, Teil von etwas Großem zu sein. Genau diese Erinnerungen bleiben für immer.


Am Sonntagmorgen begann der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück im Posthorn. Nach der kurzen Nacht und der langersehnten Dusche tat das reichhaltige Frühstücksbuffet allen gut. Trotzdem lag die Spannung bereits wieder spürbar in der Luft, denn der wichtigste Tag des Wochenendes stand bevor.


Der Rasenplatz hinter der Unterkunft wurde kurzerhand zum letzten Probenplatz erklärt. Noch einmal wurden Übergänge geübt, Schrittfolgen kontrolliert und letzte Unsicherheiten beseitigt. Jeder wusste: Gleich wird es ernst.


Nach einem gemeinsamen Mittagessen war es schließlich so weit, die Marschwertung stand an.
Die Anspannung auf dem Marktplatz war kaum auszuhalten. Zwei Märsche, unterschiedliche Kurventechniken, verschiedenste Schrittvariationen und zahlreiche Übergänge sollten nun nicht nur das Publikum, sondern auch die Wertungsrichter überzeugen.


Mit voller Konzentration, Stolz und einem Lächeln im Gesicht marschierten wir durch das Wertungstor. Jeder Schritt saß, jeder Ton war getragen von monatelanger Vorbereitung und echtem Teamgeist. Als der letzte Ton verklungen war, war in vielen Gesichtern pure Erleichterung erkennbar. Manche kämpften mit den Tränen, denn in genau diesem Moment entlud sich unsere gesamte Anspannung der vergangenen Monate.


Doch zum Durchatmen blieb uns kaum Zeit. Nach einer kurzen Pause ging es direkt weiter zur Showwertung. Die Sonne brannte bei über 30 Grad auf den Platz, die Uniformen wurden schwerer und die Kräfte schwanden langsam. Doch gleichzeitig war da dieses unglaubliche Gefühl, gemeinsam als Verein auf dem Feld zu stehen und etwas zu schaffen, das niemand alleine erreichen könnte.


Als jüngster Teilnehmer unsere komplett neue Show vor den Wertungsrichtern zu präsentieren, sorgte für Gänsehaut und pure Nervosität. Trotzdem stellten wir uns alle mit voller Motivation auf den Platz, setzten unser schönstes Sonntagslächeln auf und gaben noch einmal alles. Die Zuschauer klatschten im Takt, die Begeisterung sprang sofort auf das Publikum über und für einen Moment schien alles um uns herum stillzustehen. Nur die Musik, die Gemeinschaft und dieser besondere Augenblick zählten noch.


Dann folgte die Siegerehrung.
Die Spannung war kaum auszuhalten, als die Ergebnisse verkündet wurden. Und plötzlich brachen alle Emotionen heraus. Tränen liefen über unsere Gesichter, alle lagen sich in den Armen und überall lächelten ungläubige, glückliche Blicke.


Mit einer Silbermedaille in der Showwertung und einer Goldmedaille in der Marschwertung wurde nicht nur unsere Leistung ausgezeichnet, sondern vor allem der Zusammenhalt, die Leidenschaft und die harte Arbeit der vergangenen Monate. Ein Moment voller Stolz, Freude und echter Gänsehaut.


Natürlich wurde dieser Erfolg anschließend genauso gefeiert, wiewir es verdient hatte: gemeinsam, mit Musik, Gesprächen, Lachen und Erinnerungen, die uns noch lange begleiten werden.


Als wir uns am Montagmorgen nach einem letzten gemeinsamen Frühstück wieder auf den Heimweg machten, war uns allen klar: Diese Fahrt war weit mehr als nur ein Wettbewerb. Es war ein Wochenende voller Freundschaft, Teamgeist, Emotionen und unvergesslicher Momente — ein Abenteuer, das uns als Verein noch enger zusammengeschweißt hat und das keiner von uns jemals vergessen wird.


Für die tolle Freundschaft und die großartige Organisation möchten wir uns bei dem tollen Team in Hamont herzlich bedanken

Melanie Falten